Banner
Banner
Banner
Neunte Reise durch den Vogelsberg Drucken E-Mail
Montag, den 09. Oktober 2017 um 07:18 Uhr

©Foto: Bodo Runte | nhALSFLED | MERZHAUSEN. Von Hof Huhnstadt zu Anna Blume nach Merzhausen führte am Sonntag die Busfahrt von Karuszel Gebirgskulturen mit zahlreichen außergewöhnlichen Stationen von Alsfeld bis in die südliche Schwalm.

Die 9. Reise in einem Büssing-Präfekt Bus aus dem Jahre 1967 verband wie jedes Jahr alte, neue und unbekannte Orte: zuerst nach Hof Huhnstadt unterhalb der größten Höhenburg Hessens, der Burg Herzberg. Das Anwesen ist seit einigen Jahren im Besitz eines Archäologen-Ehepaares, die es in einem Anflug jugendlichen Leichtsinns erworben hat. Dort finden seit Jahren Ausstellungen und künstlerische Aktionen statt. Zurzeit ist ein Überblick über das Werk des bekannten Hamburger Fotografen Günter Zint zu sehen. Die „Steinmühle“ in Ottrau aus dem Jahre 1592 wurde 1978 stillgelegt. Neben dem Schälen, Malen und Sieben wurde auch ein kleines Sägewerk mit angetrieben und das besondere ist, dass alle Teile noch voll   funktionsfähig sind und von dem Müllermeister Konrad Kurz vorgestellt wurden.

Anschließend brachte der Bus die Reisenden zur Nikolaikirche nach Neukirchen.

Seit der Einführung der Reformation in Hessen im Jahre 1526 werden in der Kirche evangelische Gottesdienste gehalten. Der 36 m hohe Turm, Wahrzeichen von Neukirchen, diente  vor der kirchlichen Nutzung der Stadt als Wehrturm. Herr Grünberg führte die Gruppe bis hinauf in die Türmerstube, wo man mit einem Rundumblick über Neukirchen belohnt wurde.  

©Foto: Bodo Runte | nhDie Kapelle Schönberg ist ein prägendes Wahrzeichen der Schwalm und wurde durch Herrn Diehl aus Röllshausen vorgestellt. Der schlichte Saalbau aus Bruchsteinmauerwerk wird nach Osten durch einen außen fünfseitigen, innen halbrunden Chor aus frühgotischer Zeit abgeschlossen. Aufgrund der Lage Schönbergs an der alten Fernhandelsstraße „durch die langen Hessen“ war die Kapelle bis zur Reformation ein viel besuchtes Wallfahrtsziel und war sicher auch schon vor der Christianisierung besiedelt. Die Tradition, zu Christi Himmelfahrt auf den Schönberg zu wandern, hat sich im protestantischen Umfeld bis heute erhalten.

Mitten in Merzhausen hielt der Bus an einem dem Verfall preisgegebenen Kulturdenkmal. Aus einem uralten schwarz lackierten Radio des Jahres 1925 hörte man die Stimme Kurt Schwitters, der in den Jahren 1909 bis 1914 mit seinem Mal-Professor Carl Bantzer oft in der Schwalm zu Gast war, wo es in Willingshausen seit 1824 die erste Malerkolonie Deutschlands gab. Schwitters intonierte sein Gedicht „Anna Blume“ und man darf vermuten, dass seine ersten Ideen zu seiner „Merzkunst“ hier in Merzhausen gelegt wurden.

Die Reise endete in Holzburg, wo nach Kaffee und Kuchen Gelegenheit bestand, das “Schwälmer Dorfmuseum“ und die Ausstellung “Nachtblüher“ von Nina Kaun in der Galerie Holzburg zu besuchen. Unter der fachkundigen Führung von Museumsleiterin Heidrun Merk wurden Schwälmer Trachten und Lebensweisen vorgestellt und Stoffe und Accessoires erklärt. Ohne Zweifel gehören die Kleidung der Schwälmer zu den farbintensivsten und variantenreichsten Trachten Deutschlands, was wiederum einen Bogen zu der Ankunft der Natur- und Genremaler des 19. Jahrhunderts spannte. (Runter | pm)

Banner

Share
 

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist geschlossen.

Werbung

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Aktuelle Videos

Werbung

Banner
Banner
Banner

Prospekte und Flyer

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24