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DIE KOLUMNE: Schwalmstadt 2.0 Drucken E-Mail
Mittwoch, den 06. Dezember 2017 um 13:24 Uhr

Rainer SanderSCHWALMSTADT. Lars weiß, dass in Schwalmstadt ein (großer) Elektromarkt fehlt. Der fehlt aber auch in Fritzlar, Homberg, Melsungen oder Neustadt und in Borken versucht der Insolvenzverwalter den letzten in einem weiten Umkreis zu retten.

Handys, Fernseher, Laptops, Monitore, Rasierapparate, CD- und MP3-Player sowie alles andere mit Kabel und Stecker dran, lässt sich doch perfekt online einkaufen. Meist ist es am nächsten Tag schon da! Da muss man nicht ins Auto, einen Parkplatz suchen und schließlich an der Kasse Schlange stehen, um letztendlich noch ein paar Euro mehr zu bezahlen, als im Internet…

Nein oder? Der Haken an der Sache ist, dass man die Sachen nicht in die Hand nehmen kann, die Farben nicht genau sieht, die Funktionen nicht erkennt und den Klang nicht testen kann. Die ganz schlauen testen das im Laden, vergleichen am Smartphone schnell die Preise und bestellen dann in Online-Shops. Jeder Euro zählt! Und wer meint, dass seine Produkte nicht auch Online gekauft werden könnten, dem könnte es bald so gehen wie Nokia. Die haben bei der Einführung des iPhones felsenfest daran geglaubt, dass wir Verbraucher niemals ein Handy ohne Tasten kaufen würden.

Tun wir aber und zwar online. Dabei sind es die Händler vor Ort, die Gewerbesteuer zahlen und deren Mitarbeiter sind es, die Lohnsteuern entrichten, die über die Schlüsselzuweisungen zurück in die Kommunen fließen und all das finanzieren, auf das wir nicht verzichten wollen. Ist die Kasse leer, können die doofen Politiker nicht mit Geld umgehen.

Was wollen wir eigentlich? Billig muss alles sein, aber zumindest nach Qualität aussehen... Alles muss schnell verfügbar sein! Lange suchen und endlos durch die Läden bummeln, machen wir vor Weihnachten, aber sonst ist dafür keine Zeit! Shoppen muss ein bisschen Event-Charakter haben und lange Parkplatz suchen oder weite Strecken laufen, geht gar nicht! Viel Auswahl muss da sein, aber wohl geordnet und übersichtlich. Beratung muss sein, aber bitte dezent, nicht aufdringlich! Doch wehe, es ist kein Verkäufer innerhalb von Sekunden zu Stelle, um alle Fragen zu beantworten. In der Stadt muss es auch alles geben, die muss toll aussehen, Kultur bieten, Nahverkehr, alle Produkte, kostenlose Kindergärten, alle Schulen und gutes Wetter! Vor allem keinen Regen und Schnee bitte genau an Weihnachten und sonst auf keinen Fall! Nur im Ski-Urlaub darf er nicht fehlen!

Wir sind also nicht leicht zufrieden zu stellen. Und wenn die Zukunft mit Baustellen, Lärm, Schmutz und Behinderungen kommt, dann finden das absolut unmöglich. Wir haben gelernt über alles zu motzen und zu meckern und würden alle alles besser machen! Garantiert!

Schwalmstadt hat sich allem zum Trotz verändert. Ein Einkaufszentrum nach dem anderen ist gegen den Online-Trend entstanden, eine Galerie, neue Straßen, neue Kreisel, ein Autobahnanschluss, neuer Stil, gute Voraussetzungen. Schwalmstadt rüstet sich für die Zukunft, plant ein Gewerbegebiet an der Autobahn, die kommt und jetzt sieht auch die Bahnhofstraße richtig städtisch aus. Es hat gedauert, aber es hat sich auch gelohnt. Zufrieden werden wir trotzdem nicht sein oder?

Aber wenn in 10 oder 15 Jahren wieder neue Veränderungen anstehen, werden wir es genauso behalten wollen, wie es jetzt ist! Kein bisschen anders! Und dann war genau das jetzt der Idealzustand! Wetten dass?

Ihr

Rainer Sander

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Kommentare   

 
+38 # Heckeschwälmer 2017-12-06 16:17
Gut gebrüllt, Löwe!

Wo bleiben denn die ganzen Dauernörgler?
Auf die Plätze.....fert ig.....
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+20 # Eowyn 2017-12-06 16:53
Die laufen noch ziellos durch die Bahnhofstraße, an den vorhandenen Geschäften vorbei, und finden kein Geschäft. Kaffee wollen sie natürlich auch keinen, denn den kann man überall trinken ;-) und lassen sich durch nichts davon abbringen daß sie Recht haben. Die warten auf die Fertigstellung der Auobahn, damit sie doch nach Kassel fahren können. :-)
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-26 # Mark 2017-12-06 19:13
Aber der Pinhard muss zurücktreten mit ihm glaube ich geht's nicht voran
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-20 # Kunde Nr 1 2017-12-06 19:28
In 10 oder 15 Jahren hat sich die Einwohnerzahl von Schwalmstadt halbiert. Wahrscheinlich müssen schon einige kleine Weiher im Umland aufgegeben werden.

Die Region stirbt aus
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+21 # Schwälmer 2017-12-06 23:34
Dann sollten Sie schon mal packen.
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+3 # Blars 2017-12-07 08:48
Haben Sie dafür eine Quelle?

Ohne seriöse Beweise kann hier jeder schreiben was ihm einfällt...
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-2 # Kunde Nr 1 2017-12-07 17:39
Den Wert habe ich aus vorliegenden Daten und meiner Einschätzung abgeleitet. Ist halt eine grobe Prognose. Ich habe folgendes bedacht: Delta zwischen Geburten und Sterbefälle unter Berücksichtigun g der ungünstigen Bevölkerungspyr amide. Wegzug der qualifizierten Schulabgänger (Studium,Ausbil dung) mangels adäquaten Jobs. Wegfall von Arbeitsplätzen wg. technologischem Wandel und Wegzug der Arbeitssuchende n. Durch die geringere Anzahl der Bürger kann die Infrastruktur nicht mehr aufrechterhalte n werden, wodurch die Attraktivität leitet und nochmals Bürger abwandern werden.
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+5 # Blars 2017-12-07 18:13
Ihre Einschätzung in allen Ehren, aber es bleibt trotzdem.. eine Einschätzung. Was Sie nicht berücksichtigt haben ist der bezahlbare Wohnraum sowie die immernoch nach wie vor günstigen Bauplätze in befahrbarer Nähe zu größeren Städten wie Kassel oder Frankfurt. Das Leben auf dem Land bietet durchaus Vorteile gegenüber dem Leben in der Stadt. Viele ehemaligen Studenten, die es in die ach so weite Welt verschlagen hat, wohnen heute wieder hier, mit Kind und Haus und Hund.

Und wenn wir mal ehrlich sind, so verkehrt ist es hier nicht. Ich fühle mich wohl in meiner Stadt. Alles was ich für den täglichen Bedarf benötige kaufe ich hier, wenn es etwas ausgefallener werden soll fahre ich in die Großstadt, oder bestelle es beim großen A.
So what?

Das Sie sich hier hinstellen und nur die negative Seite der Medaille aufführen ist mit Sicherheit eine Möglichkeit. Die andere Seite, wie von mir aufgeführt mögen Sie dennoch nicht übersehen haben.

Deswegen behaupte ich das Gegenteil ihrer Aussage, Schwalmstadt wird weiter wachsen. Und Lars wird irgendwann sein Elektrogescheft bekommen.
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-4 # Kunde Nr 1 2017-12-07 20:30
Hoffen wir mal, dass sie recht haben und billiger Wohnraum und eine renovierte Bahnhofsstrasse ausreichen, um den Rückgang der Bevölketung zu stoppen und zu wachsen.
Man muss halt Optimist und weniger Realist sein, um das zu glauben.
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+9 # Querdenker 2017-12-06 21:03
Eigentlich ein netter Beitrag, Herr Sander. Leider zu kurz gesprungen. Wer sagt, dass man im Internet bestellte Ware nicht ausprobieren, anfassen, testen, anprobieren kann? Natürlich kann man das und bei nicht gefallen in den meißten Fällen sogar kostenfei zurück senden. Die Auswahl im Internet ist unbegrenzt und die Zustellung an der Haustür unschlagbar bequem. Kurz um: Eigentlich eine tolle Sache! Findige Händler in Großstädten haben dies erkannt und bieten eine Kombination aus großen Laden-Geschäft vor Ort und Internet-Handel Deutschland- oder Europa-weit an. Warum ist noch kein Schwalmstädter Händler darauf gekommen? Hier habert es. Nicht der ein oder andere, sondern beide Vertriebswege geschickt kombinieren. Ich sehe hier eine mangelnde Phantasie, Kreativität, Innovationskraf t und Risikobereitsch aft im Kreise der Schwalmstädter Unternehmen.Dem Kunden die Schuld zu geben, ist zu einfach. Keinem Kunden ist zuzumuten, mehr Geld als nötig aus Mitleid zu den heimischen Gewebetreibende n zu zahlen. Die müssen sich schon anstrengen...
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+9 # Schwälmer 2017-12-06 23:47
Es wäre doch zu schade, wenn die Stadt die Steuern und Gebühren erhöhen müsste. Wenn örtliche Händler weniger verkaufen, zahlen sie weniger Steuern, und die Stadt kann nicht investieren und ihre kommunalen Aufgaben nicht erfüllen. Dann wird automatisch alles teurer und die Leistungen der Stadt werden nicht mehr finanzierbar. Kindergärten, Schwimmbäder und andere soziale Einrichtungen müssen geschlossen werden. Sie können dann Ihre Kinder bei Amazon in den Betriebskinderg arten oder ins Betriebsschwimm bad scjicken.
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-10 # Querdenker 2017-12-07 07:52
Wieviel Steuern zahlen die Schwalmstädter Händler denn?
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-3 # Eowyn 2017-12-07 08:32
zu kurz gedacht ;-) Sie bringen dem Einzelhändler das Geld aus Mitleid und der Einzelhändler beschäftigt im Gegenzug aus Mitleid seine Arbeitnehmer. Erstaunlich wie quer sie immer denken
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-2 # Querdenker 2017-12-07 17:14
Ich dachte, für Arbeitsbeschaff ungsmaßnahmen ist das Arbeitsamt zuständig? Oder möchten Sie sich von der freien Marktwirtschaft verabschieden und den Sozialismus einführen, Eowyn?
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-4 # Eowyn 2017-12-07 19:00
Das scheint ihr Ernst zu sein :D Lieber Querdenker, das Arbeitsamt kann nur Jobs anbieten, wenn auch Arbeitgeber zur Verfügung stehen. Oder glauben sie etwa an Zauberei? Wie wäre es mit mehr logischem als querdenken.
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-4 # Querdenker 2017-12-07 20:32
Und Jobs werden wohl nur von einer handvoll kleiner, Schwalmstädter Einzelhändler geschaffen? Herr Sander sucht in seinem Artikel Version 2.0 von Schwalmstadt, in der Industrie steht bereits Version 4.0 an. Da ist in dieser Stadt einiges aufzuholen, vor allem in einigen Köpfen, Eowyn!
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+2 # Eowyn 2017-12-08 06:18
Da fassen sie sich mal an die Nase, Querdenker. Sie gönnen dem Einzelhändler (aus Mitleid)nicht einen Euro mehr, bezweifeln den Einzelhandel als Steuerzahler und ihre Gleichgültigkei t gegenüber der "handvoll" Arbeitnehmer, lässt zu wünschen übrig.
Das tote Innenstädte keinen Anreiz zur Ansiedlung bzw. Verbleib mehr bieten und somit auch für jede Industrie uninteressant wird, weil ein Rädchen ins andere greift, die Infrastruktur irgenwann gegen null geht, diese Tatsache geht ihnen anscheinend völlig ab.
Lassen sie ihrem Geiz also freien Lauf, vermeiden ein Umdenken und denken weiter quer. Kaufen sie weiter online und stärken damit die Position ausländischer Großunternehmen , die keinen Cent Steuern im Land zahlen. Die freie Marktwirtschaft gibt es her und hat so gar nichts mit ihrem vermuteten "Sozialismus" zu tun. Danach können sie einfach auf die Politik schimpfen, weil Schuld tragen immer die anderen.
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-3 # Querdenker 2017-12-08 09:47
Wieder mal nichts verstanden, Eowyn! Aber wir lassen das lieber. Sie sind noch nicht soweit.
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-1 # Eowyn 2017-12-08 10:20
:D :D :D selbstverständl ich lassen wir das
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-13 # Blars 2017-12-07 08:50
Und wenn ich dann in ein Geschäft gehe und möchte die heimische Wirtschaft unterstützen werde ich darauf hingewiesen, dass es "nur dieses eine Stück hier gäbe", und ja, man "könnte auch was anderes bestellen, aber das dauert dann ca. 500 Wochen"... Und überhaupt, wer will denn was anderes als dieses eine Stück, dass es btw im Internet nicht für 5 Euro, sondern für 75 Euro günstiger gibt.
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-14 # Lars 2017-12-07 01:14
Also wollen sie kein Elektromarkt in Treysa Herr Sander
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+6 # Eowyn 2017-12-07 08:36
nun mal ernsthaft, erwarten sie tatsächlich einen mediamarkt oder ähnlich?
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-4 # Sinn 2017-12-07 11:43
Gibt es in vergleichbaren Städten, die manchmal sogar keinen Autobahnanschlu ss haben. Muss man sich eben drum bemühen.
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+5 # Blars 2017-12-07 08:47
Es gibt in Schwalmstadt einen Elektromarkt. In Ziegenhain. Legen Sie doch mal eine andere Platte auf. Bittegerne
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-9 # Blars 2017-12-07 14:15
Immer wieder schön, wie selektiv nh24 hier Kommentare freischaltet. Oder auch nicht.

Dabei hätt ich doch so gerne ein Electrogescheft
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