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Spectaculum in Borkunus Drucken E-Mail
Dienstag, den 12. September 2017 um 08:51 Uhr

Einmarsch der Gäste, angeführt von »Spilwip Barbara« und »Walther von der Pferdeweide«  ©Foto: Rainer Sander | nh24 700 Jahre Stadtrechte in Borken
BORKEN (HESSEN)
. Natürlich waren es die Mönche, die alles aufgeschrieben haben. Aus dem Jahr 775 stammtnh24 Fotostrecke die bisher älteste bekannte Urkunde der Abtei Hersfeld. Borchem oder Burckenn, so lauteten die Ortsbezeichnungen damals, die dem heutigen Borken zugeschrieben werden.

In acht Jahren wird Borken also den 1250. Geburtstag feiern können. Im Jahre 1317 wurden dem oppidum civitas, wie Borken lateinisch in Urkunden aus den Jahren davor bezeichnet wurde, also ein Ort von hervorgehobener Bedeutung, die Stadtrechte verliehen. Das war vor 700 Jahren.

Geschehen am 9. November Anno 1317, dem Tag, der später einmal die meisten markanten Ereignisse in der Deutsche Geschichte auf sich vereinen soll: 1918 – Novemberrevolution, 1923 – Hitler-Ludendorff-Putsch, 1938 - Reichsprogromnacht und 1989 – Fall der Berliner Mauer.

Der 1. Rettungsschirm – geteilte Stadt

500 Gäste beim Festkommers in der »Neuen Burg« Bürgerhaus ©Foto: Rainer Sander | nh24Um das Jubiläum würdig und angemessen zu feiern, fand bereits jetzt, am 8. September, der Festkommers statt und zwar ganz anders, als so ein feierlicher Akt normalerweise abläuft. Siegfried Bank hatte die Idee, die Stadt sowohl optisch, als auch musikalisch und verbal ins Mittelalter zurückzuversetzen. Genaugenommen in die Zeit, als die Landgrafen Otto von Hessen und Graf Johann I. von Ziegenhain einen Vertrag zur Gründung der Stadt Borken unterzeichneten. Damals gehörte die Stadt den beiden Grafschaften zu gleichen Teilen. Darin mag die gelegentliche Zerrissenheit innerhalb der Borkener Bürgerschaft bis heute nachvollziehbar machen. Einen statistischen Beleg gibt es dafür allerdings nicht.

Die Falkensteiner mit Stadtverordnetenvorsteher Michael Weber und Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm ©Foto: Rainer Sander | nh24

Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm mit Herrscherkrone ©Foto: Rainer Sander | nh24
Stadtverordnetenvorsteher Michael Weber gewappnet in Ritterrüstung ©Foto: Rainer Sander | nh24 Prakrubeideeka Amnat Opaso hat der Stadt ein Bild geschenkt, das zugunsten der Kindergärten versteigert werden soll. ©Foto: Rainer Sander | nh24

Es war übrigens auch die Zeit, in der es heiß herging im Lande Hessen. Tobten doch die Auseinandersetzungen mit den nicht sonderlich zimperlich agierenden Erzbischöfen von Mainz, die übrigens erst ein Jahrhundert später auf der Kalbsburg, also auf heutigem Borkener Gebiet, ihre entscheidende Niederlage in der Schlacht bei Kleinenglis erfuhren. Morodierende Söldnerhorden marschierten immer wieder durch die Stadt, die sich 1260 für die Hessischen Landgrafen entschied. 150 Häuser zählte der Flecken damals. Flüchtlingsströme gab es und der Schutz vor den Mainzern war sozusagen der 1. Rettungsschirm für Borken.

Kurtzweyl und Falkensteiner Bund spielen Theater

Der Falkensteiner Bund mit „Hermann Hund von Holzhusen“ und das Duo Kurtzweyl mit „Spilwip Barbara“ und „Walther von der Pferdeweide“ spielten historische Szenen auf ihre Weise, aber in der Sprache des Mittelalters, in mittelalterlichen Kostümen und mit Instrumenten aus der finsteren Zeit voller Epidemien, Kriegen und Denunziationen.

Der Schlusstanz ©Foto: Rainer Sander | nh24Davon sind „Landgraf“ Winfried (Becker) von Eder und Schwalm – und Fulda (so viel Zeit muss sein) – und König Marcel (Pritsch-Rehm) natürlich weit entfernt. Der Landrat erinnerte in seinem Grußwort – neuzeitgemäß gewandet – an die Zeit vor 700 Jahren, aber auch an die Veränderungen des letzten Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde eine tolle Infrastruktur geschaffen, angefangen mit dem Bau der Main-Weser Bahn 1850. 1675 Einwohner hatte die Stadt im Jahr 1920, in der Blüte des Bergbaus wuchs die Einwohnerzahl der Großgemeinde auf rund 15.000. Tragische Momente, wie das Grubenunglück 1988 und damit das Ende des Industriezeitalters in Borken, gehören auch zur jüngeren Geschichte der Stadt, die den Strukturwandel vollzogen hat und heute noch zukunftsfähig ist. „Der Schlüssel zur Geschichte liegt nicht in der Geschichte, sondern in den Menschen“, so zitierte Becker.

Stadtverordnetenvorsteher Michael Weber und Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm präsentierten sich dem Anlass angemessen gewandet in Ritterrüstung und Herrscherkostüm.

Der 2. Rettungsschirm – am besten Heckeschwälmer?

Prakrubeideeka Amnat Opaso vom buddhistischen Tempel in Dillich ©Foto: Rainer Sander | nh24Im Spiel wusste Landgraf Johann II von Ziegenhain zu sagen: „Das Beste, was ein Borkener werden kann, ist ein Heckeschwälmer“. Die Borkener Burg ist inzwischen Geschichte, dafür gibt seit 1960 das Bürgerhaus und im aktuellen Jahrzehnt den 2. Rettungsschirm. Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm vermutete, es sei vor 700 Jahren teuer und beschwerlich in Borken gewesen. Die Steuereitreiber aus Fritzlar waren damals mit Daumenschrauben unterwegs und Scheiterhaufen gehörten zum Alltag. Pest, Missernten, Hungersnöte, Weltkriege, all das hat Borken schon überstanden. Sein Dank geht an den „Rat von Borken“ und der Kommission für das Jubeljahr, die das Fest vorbereitet hat.

Im Spiel gab es einen vergifteten Gast, eine Giftprobe zum Gegenbeweis, ein Quiz und die Geschichte vom Dornröschen. Es wurde auch geklärt, seit wann der Borkener Löwe ganz Rot und nicht mehr rotweiß ist (1950), dass der Stern im Wappen der des Grafen von Ziegenhain ist und die erste Wasserleitung im Jahr 1905 gebaut wurde. Immer wieder wurde das Publikum von „Spilwip Barbara“ und „Walther von der Pferdeweide“ einbezogen.

Ein Bild aus dem Tempel – wird versteigert für die Kinder

Ein herrliches und nicht ganz ernst zu nehmendes Spektakel, rund um die Stadtgründung, dem übrigens auch die neuen Schlossherren in Dillich beiwohnten. Prakrubeideeka Amnat Opaso, Meister des „Buddhismus Tempel für Nirwana“ im Schloss Dillich, hat für den Bürgermeister in Rekordzeit ein Bild gemalt und übergeben, das jetzt für die Kinder in Borken versteigert werden soll.

Der Organisator: »Sigi« Bank – eine »Bank« für Borken ©Foto: Rainer Sander | nh24 Die »Schandgeige« ©Foto: Rainer Sander | nh24

Hintergrund: Duo Kurtzweyl

Das Duo Kurtzweyl sind: Barbara Degener alias „Spilwip Barbara“ - Studium der Germanistik und Geschichte mit Berechtigung zum Lehramt am Gymnasium, heute Geschäftsführerin der „Kurtzweyl GbR“. Jürgen Walter Körber alias „Walther von der Pferdeweide“ - Studium der Musikwissenschaft, Mathematik und Pädagogik, heute Lehrer für Musik, Mathematik und Sport, wenn er sich nicht seiner Rolle als Herold und Organisator historischer Projekte widmet. (rs)

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