Kolumne

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DIE KOLUMNE: Der Wulff im Schafspelz? Drucken E-Mail
Mittwoch, den 14. Dezember 2011 um 15:09 Uhr
Rainer SanderSchwalmstadt. Cem Özdemir wird bei den Grünen-Protesten gegen das Verhalten von Bundespräsident Christian Wulff ein Déjà-Vu-Erlebnis haben. Auch er musste unter anderem wegen eines Privatdarlehens für eine Zeit nach Brüssel „auswandern“. Ob Rudolf Scharping (PR-Honorare), Joschka Fischer (Übernachtung beim Allianz-Vorstand) oder Lothar Späth (Traumschiff), Max Streibl (Amigo) oder Frank Möllemann (Einkaufswagenchips und Spenden), immer wieder fällt es Politikern quer durch alle Parteien schwer, Privates und Geschäftliches auseinander zu halten. 

Am beliebtesten ist die mangelhafte Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Reisen, von der Nutzung der Dienstwagen bis zu Flugbereitschaft der Bundeswehr. Damit haben schon viele Politiker Stress bekommen und das Beispiel der Stadt Homberg zeigt, dass man dafür auch nicht zwingend Minister- oder Bundespräsident sein muss.

Die Medien lieben Affären und decken gerne auf. Vor allem politische Gegner freuen sich über jeden Fehltritt, noch viel mehr aber die eigenen Parteifreunde, die den nächsten Karriereschritt gehen möchten und dafür Platz nach oben brauchen. Da wird der eine oder andere Tipp sicherlich ganz gerne „weitergereicht“. Karl-Theodor zu Guttenbergs alte Doktorarbeit fiel auf, als er sowohl für die Opposition, als auch für die eigenen Parteifreunde zu beliebt wurde. Christian Wulff ist als Bundespräsident bisher unumstritten, lediglich ein paar Politiker aller Parteien – auch aus der einstmals eigenen - hat er kritisiert. So etwas ist immer dann gefährlich, wenn eine Leiche im Keller liegt.

Wenn man lange genug sucht, wird sich bei fast jedem Menschen und damit auch bei den meisten Politikern etwas finden lassen, was der Karriere schadet. Irgendwie kommen sie heute irgendwann dennoch alle zurück, wir haben gelernt zu verzeihen und meistens haben wir auch gar keine besseren… Es sei denn, sie wollen das gar nicht und nutzen zuvor erworbene Kontakte später beruflich, wie Gerhard Schröder oder Roland Koch.

Gerne hätten wir Wähler übrigens Politiker, die vor der Karriere nirgends angeeckt sind und Streber in der Schule waren, damit sie Managern in der Wirtschaft Paroli bieten können, die in der Karriere bereit sind so viel zu arbeiten, wie bei zwei Vollzeitstellen, aber nur das Gehalt eines Hilfsarbeiters dafür verlangen und nach der Karriere weder eine Altersversorgung in Anspruch nehmen, noch in einen guten Job wechseln. Diesem Bild entsprechen eigentlich nur Adelige, Lottogewinner oder Millionenerben, die relativ ehrgeizlos ein Ehrenamt ausfüllen möchten.

Was erstaunt ist, dass dennoch so viele Politiker auf ihr Fingerspitzengefühl verzichten, wenn sie private und auch manche dienstliche Entscheidungen treffen. Es gibt Sachen, die kommen einfach schlecht an und im Internet-Zeitalter vor allem – irgendwann – raus. Immer dann, wenn es am Schlechtesten passt oder jemand anderem am besten…

Freuen wir uns auf einen neuen Bundespräsidenten und auf das Comeback von Wulff irgendwo, irgendwie, irgendwann…

Ihr

Rainer Sander
 
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